Aktivstrategie

Fallstudie AktivStrategie

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Wie aus einer Metzgerin eine erfolgreiche Messerspezialistin wurde

 

Frau Lisbeth Müller hatte die Metzgerei von ihren Eltern geerbt. Nach der Scheidung von ihrem Mann betrieb sie die Metzgerei mit 2 Gesellen ganz alleine.

Doch die immer neuen Supermärkte und die beginnenden Online-Lieferservices liessen die Umsätze immer weiter zurückgehen. Selbst das Verkäuferverhalten altbekannter Stammkunden änderte sich zusehends. Und die verbliebenen treuen Stammkunden starben nach und nach aus.

Selbst ihre Kampagnen mit Fleisch aus der Region mit Liefernachweis der Bauern konnten nur kurzfristig die Umsätze stabilisieren.

Doch eins wurde Lisbeth Müller immer wieder bestätigt, sie konnte das Fleisch, vor allem die Porterhouse-Steaks so sauber und scharf schneiden wie kein anderer.

Dieser scharfe Schnitt war nötig, damit das Steak beim Anbraten direkt die Poren schliesst und somit schön saftig blieb. Das begeisterte besonders die Feinschmecker und Geniesser unter ihren Kunden.

Selbst andere Metzgerkollegen fragten nach dem Geheimnis für diesen besonderen Schnitt. Sie verriet dann immer, dass sie ein ganz besonderes Messer dafür verwendete und bot an, dem Metzgerkollegen dies auch zu besorgen.

Schliesslich kam sie auf die Idee mit dem Messerlieferanten eine Empfehlungsprovision zu vereinbaren. Sie liess eine Internetseite mit einem Onlineshop einrichten, wo sie den Metzgerkollegen Tipps gab, wie man Fleisch am besten schneiden könnte, damit der Schnitt nicht faserig aussah und vor allem dessen Auswirkung auf die Saftigkeit des Bratens und Steaks.

Da plötzlich auch Anfragen von Köchen kamen, erweiterte Sie die Seite für Köche, vor allem für Sterneköche und dann für Gourmets. Ihre Messer- und Schneidetipps wurden immer beliebter. Für jedes bestimmte Fleisch hatte sie eine genaue Schnittanleitung und das notwendige Spezialmesser dazu – immer in Verbindung mit dem Shopangebot für die Messer.

Ihre einzigartigen Schneidetipps bekamen Anerkennung und schliesslich interessierten sich auch Gourmetzeitschriften dafür. Mit kostenlosen Pressemitteilungen förderte sie noch zusätzlich ihren Bekanntheitsgrad. Der Onlineshop begann zu boomen.

Bald war es klar, dass die Erlöse aus dem Onlineshop weitaus mehr Gewinn einbrachten als die Metzgerei. Diese geriet trotz aller Anstrengung immer mehr in die Verlustzone.

Schliesslich kam der bittere Tag, an dem sie die elterliche Metzgerei sehr schweren Herzens schliessen musste. Einmal weil die Metzgerei die Gewinne aus dem Messershop wieder auffrass und zum anderen, weil auch der 2. und letzte Geselle aus Kostengründen gekündigt werden musste. Und sie alleine konnte diese schwere Tätigkeit nicht mehr bewältigen.

Doch danach ging es ihr bedeutend besser. Der Online-Messerumsatz kam fast automatisch zustande. Liesbeth schrieb in Blogs nur noch Beiträge, welche Auswirkungen der Schnitt des Fleisches auf die Saftigkeit und damit den Geschmack des Fleisches hatte. Und – natürlich – jedes Mal mit einem Link auf ihren Messershop. Ihr Bekanntheitsgrad wuchs und wuchs. Selbst Spitzenköche, die sie wieder als Referenzen nutzte, kauften die Messer in ihrem Onlineshop.

Sie war inzwischen zu einer anerkannten Messerspezialistin für Fleisch geworden und konnte sich von den Einnahmen aus dem Onlineshop inzwischen ein beachtliches kleinluxuriöses Leben leisten.

Doch sie wollte mehr und nahm sich dem nächsten Thema – dem Fisch an. Besonders die Zubereitung des Kugelfisches hatte Ihr Interesse gewonnen. Sie begann damit, sich bei japanischen Köchen Informationen einzuholen. Auch hierfür wurden ganz besondere Messer benötigt. Sie verhandelte mit den Messerherstellern und begann wieder ihre Internetseite zu erweitern.

Ganz besonders nahm sie sich dem Thema, wie man Fisch filetierte, an. Dazu kamen dann Artikel über das Schneiden von Sushi und ihr neuestes Lieblingsthema, das Filetieren von Kugelfisch. Dieses Spezialthema mit der Todesgefahr war für viele Zeitschriften ein wunderbarer Aufhänger. Ihr Bekanntheitsgrad stieg enorm – und jetzt auch bei den japanischen Köchen.

Und für jede Fischart bot sie immer ein allerbestes spezielles Messer an, wovon sie dann von den Herstellern Provisionen erhielt. Inzwischen bekam sie sogar Anfragen von internationalen Herstellern, die auch in ihrem Onlineshop vertreten sein wollten. Es war eine Auszeichnung für ein Messer, wenn es ihrem Onlineshop aufgeführt wurde. Teilweise hatte sie Messer, die mehr als 1.000 € kostete.

Selbst bei der Neuentwicklung von Messern wurde sie von den Herstellern nach ihrer Expertenmeinung befragt. Und hierfür erhielt sie zusätzliche Honorare.

Dann bot sie Online- und Videokurse für Jungköche an. Sie ahnen, worum es dabei ging – um das Filetieren von Fleisch und Fisch.

Die Gewinne erlaubten ihr nun sogar den Luxus eine lichtdurchflutete Penthauswohnung zu kaufen und diese mit den schönsten Möbelstücken einzurichten. Sie erlaubte sich dann noch einen Luxussportwagen in weiss mit roten Ledersitzen. Auch ihren Traum von einer Weltreise konnte sie sich verwirklichen.

 

 

Dies alles erreichte sie nur, indem sie ihre allergrößten Stärken zunutze machte, daraus ein einzigartiges Lösungsangebot entwickelte und dies immer weiter optimierte.

Sie begann in einem eng begrenzten Zielgruppensegment, nämlich der der Metzgerkollegen. Dann erweiterte sie diese auf die Köche und Gourmets, schliesslich auf die Jungköche.

Über Blogs machte sie dann nur noch bekannt, dass sie die allerbeste Lösung für das Schneiden von Fleisch hat, damit dieses zart und saftig bleibt. Und da die Zielgruppe gerade der Sterneköche genau dieses erreichen wollen, haben sie dankbar die Messer von Lisbeth gekauft.

So funktioniert die AktivStrategie.

 

 

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